Mittwoch, 6. Januar 2016

Ich packe meine Koffer... und wer möchte am Meer nähen?

Ans Meer fahren, um ein Wochenende lang zu nähen, nette Leute zu treffen und zwischendurch am Strand spazieren zu gehen. Soweit war mein Plan. Einen Platz hatte ich auch ergattert. Aber es sollte alles anders kommen. Dafür habe ich jetzt etwas für euch :-)

Jemand anderes darf an meiner Stelle ans Meer fahren und nach Herzenslust nähen! Meinen Platz bei "Sewing by the Sea" (quasi die AnNÄHerung Nord) gebe ich an die erste, die laut hier schreit. Wir ziehen nämlich ganz unverhofft im März in eine sehr viel größere Wohnung um. Ich werde also tapezieren, streichen, Laminat verlegen, Kartons packen und Möbel rücken. Und mir dort auch ein Nähzimmer einrichten können *hüpf, hüpf*.

Wer vom Do 17.03.2016 (17 Uhr) - So 20.03.2016 (15 Uhr) im Schloss Noer (zwischen Kiel und Eckernförde) an der Ostsee ein wunderbares Nähwochenende gemeinsam mit vielen anderen Nähbegeisterten verbringen möchte, melde sich schnell per Mail unter missmargerite(at)gmail.com oder mittels Kommentar unter diesem Post. Wer zuerst kommt, näht zuerst :-) Ich beneide jetzt schon diejenige, die an meiner Stelle fahren darf...

Quelle: www.mamamachtsachen.de

Einen entspannten Start ins neue Jahr wünscht euch
eure Hella

Freitag, 27. November 2015

Zeit für Schönes

Montags habe ich immer frei (außer wenn hier jemand krank ist) und nutze dann gerne ein bisschen Zeit nur für mich. Seit Oktober arbeite ich wieder, mit knapp 20 Stunden verteilt auf 4 Tage, nach insgesamt 3,5 Jahren Elternzeit.

Letzten Montag habe mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Seit ich diese Anleitung entdeckt hatte, wollte ich mir auch eine Etagere aus Sammelgeschirr bauen. Im Sommer letzten Jahres hatte ich einen sehr schönen Prototyp aus mintfarbenem Sammelgeschirr mit Goldrand angefertigt, für den Geburtstag einer Freundin. Mir eine eigene zu gönnen, traute ich mich damals noch nicht - die Kinder waren einfach noch zu klein...

Inzwischen sind die Kinder 20 Monate und knapp 3,5 Jahre alt, da könnte man es ja vielleicht mal wagen, sich endlich eine eigene Etagere zu gönnen und diese auch tatsächlich zu nutzen. Und siehe da:


Ich habe sie nach Fertigstellung ganz mutig auf unseren Küchentisch gestellt. Und bisher habe ich das nicht bereut ;-) Sie ist aus Sammelgeschirr vom Flohmarkt zusammengesetzt, in das ich jeweils mittig ein Loch gebohrt habe. Die Stangen habe ich bei Amazon erworben. Hier findet man günstig eine riesige Auswahl unterschiedlicher Designs.


Das Lochbohren nimmt ein bisschen Zeit in Anspruch, wenn man nicht gerade eine Standbohrmaschine sein Eigen nennt. Ich habe eine Akkubohrmaschine und einen hochwertigen Diamantbohrer (14€ !!!) mit 6mm Durchmesser von Wolfcraft benutzt.


So bin ich vorgegangen: Zuerst habe ich Kreppband / Malerband auf das Geschirrstück geklebt und mit Edding die Mitte markiert. Damit der Bohrer anfangs nicht verrutscht, habe ich ein ein Loch in ein doppelt gelegtes dickes Stück Pappe gestochen und festgeklebt. Das Geschirr selbst liegt zwecks Anti-Rutsch mit dem "Gesicht" nach unten auf einem feuchten Handtuch.


Wenn der Bohrer merklich Halt findet, kann man die Pappe entfernen und weiterbohren, bis man durchstößt und ein kleines Plättchen in der Hand hält. Wichtig: Zwischendurch den Bohrer in etwas Wasser abkühlen und auch auf das Bohrloch etwas Wasser träufeln. Und immer mal wieder einen Schluck Kaffee trinken :-)


Sind alle Teile "gelocht", einfach nur noch die Stangen durchstecken und festschrauben - fertig!

Ich bin sehr glücklich mit meiner Etagere. Meine Kinder mögen sie auch und bestehen darauf, nachmittags nach der Kita Obst und Kekse darauf zu drapieren. Und was kommt in die Tasse? Mr. Mini-Margerite findet, dass wir dort Bonbons hineintun sollten. Soso ;-) Wie lange die da wohl drin wären...

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Habt ihr etwas Schönes vor?
Eure Hella

Sonntag, 22. November 2015

Stille

Gedankenstille und innere Einkehr, zum Wesentlichen finden. Spüren, dass da mehr ist nach der Endlichkeit. Gewissheit, Sicherheit.   


Dieser Beutel beherbergt eine Meditationskette, eine Mala. Sie gleitet zwischen Daumen und Mittelfinger durch die Finger, mit 108 Perlen. Bei jeder Perle kann man geistig ein Mantra wiederholen, ein Gebet oder ein Wort (Amen, OM). Und damit den Geist beruhigen, der im Alltag unentwegt Gedanken produziert und ablenkt.


Diesen Beutel habe ich für Mr. Margerite genäht. Baumwollbatist mit Pfauenfedern, der von einer Shirtbluse übrig war. Er war es, der schon lange jeden Tag seine Meditationspraxis pflegte und mir von seinen Erfahrungen berichtete. 


Eines Tages verspürte ich den Drang, das ebenfalls zu tun. Mein Vater war sehr krank und ich hatte das Bedürfnis zu erfahren, dass da tatsächlich mehr ist als unser sterblicher Körper. Es reichte mir nicht mehr, es zu glauben. Ich wollte es im tiefsten Inneren spüren und erleben.


Yoga und Meditation ist ein bisschen so wie die Scheiben der Seele putzen. Um den Blick für Dinge zu öffnen, die man nur mit dem Herzen sehen kann.


Mein Vater ist Ende August gestorben. Die Erfahrungen während der Meditation nehmen nicht den Stachel der Traurigkeit. Aber sie stellen eine Ebene her, die mich mit ihm verbindet.

Ich vermisse ihn sehr. Mein Vater hat einmal gesagt: "Lieben heißt loslassen können."
Ach Papa, ich übe ja noch :-)

Das ist heute ein sehr persönlicher Post. Ich schreibe ihn, da ich mir sicher bin, dass er ihm gefallen würde. Und da ich hier nicht einfach so weiterschreiben kann, ohne euch mitzuteilen, dass ich sehr traurig bin. Aber keinesfalls unglücklich. Und sehr dankbar, dass ich diesen liebevollen Vater hatte, der mir u.a. meine Liebe zum Handwerklichen und den feinen Details in die Wiege gelegt hat.

Aus dem ersten Hamburger Schnee grüßt euch
eure Hella

P.S.: Den Schnitt für den Beutel habe ich von seinem Vorgängerexemplar abgenommen und ein wenig abgewandelt, doch die wesentlichen Details übernommen. Jetzt benutze ich das schon verschlissene Vorgängerexemplar und sollte mir doch auch endlich ein eigenes nähen... Falls jemand Interesse an dem Schnitt hat, ich würde ihn einscannen und mit einer kleinen Anleitung zur Verfügung stellen.

Freitag, 31. Juli 2015

Frische Brise

Einer frischen Brise an der Nordsee begegnet man eigentlich immer, wenn man dort Urlaub macht. Wenn einem nach dem Spielespaß im Watt der Sinn nach wohliger Wärme steht oder die Temperaturen an einigen Tagen etwas kühler sind, ist man mit Stretch-Frottee stets gut bedient. Wenn er dann noch so schön bedruckt und weich und leicht ist wie dieser, dann wäre ich gerne selbst noch einmal Kind.


Die beste Kombination im letzten Urlaub war meistens oben lang und unten kurz oder barfuss. So konnte man im durchaus warmen Wasser plantschen und war obenrum schön warm. In weiser Voraussicht hatte ich kurz vor dem Urlaub in Cuxhaven eine Tunika mit langen Armen und Kapuze genäht. Ein Volltreffer, das perfekte Kleidungsstück für nordische Sommertage.


Kurz und gut
  • Trägerkleid Gr. 92 (bissel Zuwachspotential inklusive) nach Klimperklein in Tunikalänge mit Ergänzungsschnitt (lange Ärmel und Kapuze), Gummizug in den Ärmelbündchen
  • grüner Stretch-Frottee mit Kleeblättern von Alles-für-Selbermacher, Kapuzenfutter aus einem lila Viskosejersey-Rest aus dem Vorrat

Kurz vor einem aufziehenden Gewitter sind die folgenden Bilder entstanden. Um uns herum waren nur Kuhweiden, sehr idyllisch, das Cuxhavener Umland.


Die Ärmel hab ich ihr etwas hochgeschoben. Gummizüge im Saum sind was Feines, sehen Zucker aus und sind dazu praktisch. Außerdem sieht man dann diese entzückende Speckfalte am Handgelenk :-)


Als Dankeschön für das hübsche Outfit hat sie mir doch glatt ein Sträußchen gepflückt ;-)


Also, wer Urlaub an der See plant: Näht ein Kleidungsstück aus Stretch-Frottee! Der lässt sich fast so gut verarbeiten wie Sweat, verschiebt sich nicht so doll wie Nicki und spendet genau die richtige Portion Wärme, die man nach dem Baden oder bei frischer Brise braucht. Ich hoffe, Miss Mini-Margerites Tunika passt auch noch im Herbst :-)

Frische Grüße mit der Hoffnung auf schöne Sommertage im August!
Eure Hella

Dienstag, 21. Juli 2015

Cuxhaven Culottes

Culottes, die zweite! Nach der winterlichen Burda-Version mit doppelter Kellerfalte nun Nina von Compagnie M. Ich wohne in diesem Kleidungsstück. Aus einem Leinen-Viskose-Gemisch von Stoff&Stil, was gut fällt und sich herrlich trägt. Auch bei Windböen im Cuxhavener Watt, wie heute Vormittag:


Kurz und gut
  • Schnitt: Culottes Nina von Compagnie M
  • Material: Leinen-Viskose ("Strukturreinleinen kräftig dunkellila"), lila Paspelband, 2 Perlmutt-Knöpfe mit 2cm Durchmesser, 22 cm Zipper 
  • Version mit Reißverschluss in der vorderen Mitte und Paspel entlang des Taillenbandes. Hüftpassentaschen und Taillenband innen mit Baumwollstoff (weiß mit lila Sternchen, Foto vergessen, wäre aber sehenswert...)
  • Größe M aufgrund der Maße des Taillenbandes zugeschnitten, da hüftiger Sitz gewünscht 
  • An den Seiten unterhalb des Taillenbandes ca. 1,5 - 2cm schmaler genäht, da es mir hier zu weit erschien. Sitzt schön auf der Hüfte. Beim nächsten Mal trotzdem lieber eine Größe kleiner, das sollte auch reichen.
  • 6 cm verlängert und eine breite Saumzugabe angeschnitten, sodass der Saum ganz knapp unter dem Knie endet (ich mag breite Saumzugaben, das sieht irgendwie besser aus)
  • Bei Compagnie M kann man verschiedene Versionen der Culottes in einer Blogtour bewundern. Mir gefielen am besten die von Ms Fisher, Frau Gold und Sisko by Mieke (v. a. die winterliche Kombination mit Stiefeln und langer Oversize-Strickjacke treibt mir Herzchen in die Augen)
Es war heute Morgen wirklich windig, aber insgesamt sehr schönes Wetter für einen Strandtag. Dieser Wechsel zwischen Ebbe und Flut ist super, ich liebe das. Und die Kinder erst...!


So durchgepustet sieht man jedenfalls sehr gut, dass es sich um einen HOSENrock handelt ;-)


Wieder an Land und auf dem Rückweg mit den Kindern zu unserer Ferienwohnung habe ich Mr. Margerite um Fotos ohne Wind gebeten. Hallo Sonne!


Nicht immer klappte das "locker auf den Fotografen zulaufen". Aber man kann so sehen, wie der Hosenrock in Bewegung wirkt. Immer anders, finde ich.


Und manchmal war auch ein schicker Mülleimer und der Schatten des Fotografierenden mit im Bild:


Das Foto darf hier trotzdem mit dabei sein, da man die Culottes prima erkennen kann. Und den Mülleimer und den Schatten denkt sich das geschulte Auge einfach weg und erfreut sich am Kleidungsstück.

Beim Einnähen der Paspel begann ich übrigens mit dem Rückenteil. Beim Vorderteil fiel mir dann siedend heiß ein, dass ich dort ja eine Teilung aufgrund des Zippers in der Mitte haben werde. Hier hieß es geschickt und genau nähen, damit die Paspel bloß auf gleicher Höhe landet. Damit sie nicht einfach in der Mitte endet, habe ich sie um die vordere Mitte herum gelegt und auf der Rückseite nach einigen Millimetern in die Naht verlaufen lassen. Für den Fall, dass euch dieses Problem auch mal ins Haus schneit ;-)


Das obige Bild zeigt das passende Selfie, das ich mal für Instagram gemacht habe. Paspel trifft Paspel, schönes Ding!

Macht der Me Made Mittwoch eigentlich Sommerpause? Wenn nicht, haben wir ja morgen wieder wunderbare Inspirationen! Die schau ich mir dann nach unserem Tag am Strand an.

Habt es schön! Eure Hella

Donnerstag, 16. Juli 2015

Die muss man doch nähen!

Kindermund, wie er schöner nicht sein könnte:

Ich hatte mir Schuhe zur Auswahl bestellt, weil eines meiner Lieblingsballerinas nach Jahren des intensiven Tragens völlig hinüber waren und schweren Herzens im Müll gelandet sind. Beim Anprobieren der Schuhe erwähnte ich gegenüber Mr. Margerite, was mir an dem einen Paar gefällt und an dem anderen nicht und was ich besser finden würde, nämlich wenn Schuh X so oder so wäre und Eigenschaft X auch bei Schuh Y zu finden wäre.

Mr. Mini-Margerite verfolgte das Geschehen völlig fasziniert und bemerkte schließlich: "Mama, die muss man doch nähen!!!"

Ich mache dann mal ne Flasche Sekt auf :-)
Mein Sohn, ich liebe dich!

P.S.: Anja Rieger hat tatsächlich einmal Schuhe selbst genäht (Sandalen, Schnürschuhe). Keine Hauspuschen, sondern für draußen. Da muss ich dann wohl auch mal ran, in den nächsten Jahren... Vielleicht mit Hilfe dieses Buches.

Dienstag, 7. Juli 2015

Sommerblumen Sommerfarben Sommerhose

Locker, luftig, leicht. Aus bedruckter leichter Viskose, dunkelblauer Grund, verschiedene Lilatöne. Genau meine Farben :-)


Diese Hose ist super für warme Tage, sie umflattert die Beine und ist einfach herrlich zu tragen. Ich habe sie schon im letzten Sommer genäht, aber bisher noch nicht gezeigt. Da sie sich zum Lieblingsstück gemausert hat, darf ich sie euch aber nicht weiter vorenthalten ;-)


Der Schnitt ist von Stoff & Stil und nennt sich "Bindebuks 20014-40". Ich habe aber nix zu binden daran genäht...


Meine Änderungen/Ergänzungen:
  • Gummizug in der Taille ohne Bindeband (2,5 cm Gummiband, 3 cm abgesteppter Umschlag)
  • Naht-Taschen in den Seitennähten, ein Tutorial hierzu habe ich hier verfasst
  • Gummismok in den Beinsäumen, insgesamt 8 Reihen im füßchenbreiten Abstand. Dazu habe ich Gummiband von der Rolle auf meine Unterfadenspule per Hand mit etwas Zug aufgewickelt und mit reduzierter Oberfadenspannung genäht. Die Enden verknoten, fertig.
  • Hosenbeine verlängert, das mache ich ja immer :-)
Und tadaa, hat man ruckzuck eine luftige Sommerbüx:


Auf dem Foto stehe ich übrigens am Sonntag bei Bullenhitze vor einem Fachwerkhaus im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Ich war ganz angetan davon, dass das Museum extra passend zu meiner Hose Blumen gepflanzt hat. Der Wahnsinn ;-P

Das Shirt ist mal nicht selbstgenäht. Ich finde es aber eine schöne Idee, wie der Ausschnitt gestaltet wurde. Es gibt hier nämlich kleine Fältchen und darunter sind strahlenförmig farblich passende, kleine Pailletten aufgestickt. Ein schönes Detail, dass ich sehr mag. Und eine Idee, die es sich zu merken lohnt.


Ganz fein finde ich, dass es mir beim Zuschnitt gelungen ist, dass das Muster bei beiden Beinen auf gleicher Höhe ist. 

Die nächste Hose dieser Art ist schon in Arbeit, dieses Mal aber in schlichtem dunkelgrau. Marke "passt zu allem" (so die Hoffnung), auch aus einem ganz leichten Stoff. Vielleicht baue ich hier mal Bindebänder am Saum ein, damit der Namensgeber der Bindebuks nicht traurig sein muss ;-)

Welche Sommergarderobe in anderen Kleiderschränken zum Liebling auserkoren wird, könnt ihr morgen beim Me Made Mittwoch ausfindig machen.

Liebe Grüße! Eure Hella